Gedanken zum Muttertag

veröffentlicht: Mai 7, 2020 von Melanie N.

runde Steine gestapeltGestern fragte mich mein Mann ganz lieb lächelnd: „saaaaagggg mal, haben wir am Sonntag was geplant?“
„Nein.“
„Fein, dann können die Müllers ja rumkommen, wir Männer woll‘n ne runde Mopped fahrn.“
„Aber es ist Muttertag?!“ erwiderte ich etwas irritiert.
Es folgte ein kurzes Schweigen und dann: „du bekommst auch einen extra großen Blumenstrauß??!“

Nun frage ich mich: "was halte ich eigentlich vom Muttertag?"
Sonst war alles klar: Mama besuchen, Blumenstrauß mitbringen, es kam noch die Schwiegermama dazu, langsam wurde es dann stressig… Nun habe ich selbst auch noch Muttertag. Hossa, dies alles unter einen Hut zu bringen, grenzt fast an den weihnachtlichen Besuche-Stress!

Dann habe ich mal google gefragt, was er denn so zu Muttertag meint (19.200.000 Ergbnisse).
Wer hat’s erfunden? Die Amis natürlich! Das Ereignis schwappte dann 1922/23 zu uns rüber, um gleich von der Wirtschaft dankend aufgegriffen zu werden!

Dann hab ich google gefragt, was er denn so zu gegen Muttertag meint (5.590.000 Ergebnisse).
Beiträge wie „ist ja nur, damit die Männer ihr schlechtes Gewissen der Frau gegenüber besänftigen können“, oder auch, dass die Nazis es nutzten, um das völkische Frauenbild zu verfestigen und das Mutterkreuz verliehen an diesem Tag, dass der Frauentag am 8. März dafür verboten wurde, versteht sich wohl fast von selbst.

Immer noch null weiter, fragte ich mich dann: „ja, was möchte ICH denn?“
Vielleicht will ich was für mich tun?! Frühstücken mit meiner Freundin! Super Idee - zumindest im Ansatz, bis zu dem Punkt, wo ich mir denke: "diese Idee haben bestimmt auch viele Männer, allerdings nehmen die dafür Ihre Frau und Kinder mit." Super Idee: Kind Zuhause lassen, um in einer Meute fremder Kinder zu sitzen. 

Ich will dann wohl gleich mal den Link des Wellness Tempels um die Ecke an meinen Mann schicken.

Er darf das Blumengeld in einen Gutschein investieren, den ich 'nach Corona' einlöse. Meine Mama will ich anrufen und mit ihr und mit meinem Papa zusammen (um gleich den Vatertag mit abzugreifen) einen ferneren Termin im Sommer zum gemütlichem Grillen an einem Abend vereinbaren. Die Schwiegermama überlasse ich liebevoll ihrem Spross.

Am Sonntag werde ich lecker Waffeln backen, die Müllers (wie wir negativ getestet) kommen lassen, um beim Kaffeeklatsch unseren Sprösslingen liebevoll dabei zuzusehen, wie sie ihre Motorik schulen. Entzückt beobachten wir sie dabei, wie sie den Sandkasten umgegraben und wie das komplette Spielzeug einen neuen spontan ausgesuchten Standort in unserer Wohnung bekommt.

Und das Schöne an der Sache: es ist ja Muttertag!!

So werde ich dann später meinem Mann liebevoll ins Ohr säuseln: „Heute darfst du aufräumen, ist ja Muttertag!“
In dem Sinne wünsche ich einen schönen 2. Sonntag im Mai!

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Foto: Pascal

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