Der persönliche Vorratsschrank

veröffentlicht: August 3, 2019 von Caroline Leschanz

Traumbild, FrauWandlungsphasen sind stets – zumindest für mich – immer wieder mit Überraschungen verbunden. Gewisse Dinge werden dabei immer wieder miterledigt; ohne dass sie augenscheinlich zum aktuellen Thema passen oder sie sonst weder dringend noch wichtig auf meiner Liste stehen.

Ich arbeite auch als Journalistin und mit diesem Beruf geht eine gewisse Liebe zu Notizblöcken einher. Überall wird ein solcher mitgeführt beziehungsweise liegt einer an diversen Aufenthaltsorten. Es könnte schließlich eine Idee auftauchen und ich diese vergessen. Mit aller Regelmäßigkeit werden dann die Notizen durchgesehen und auf Aktualität überprüft.

So entdeckte ich schließlich ein Heft, das bereits seit mehreren Jahren in meinem Leben kreist. Darin fand ich Aufzeichnungen zu einem Projekt, das sich mit Kochen beschäftigte und ich seinerzeit meinen Vorratsschrank durchforstete. Es stand da: „Was sich in einem Vorratsschrank und in der Speisekammer so alles findet, was man längst vergessen hat.“

Gleiches gilt wohl für den Keller, in dem wir gerne Dinge lagern für irgendwann und dann darauf vergessen. Oder für den Dachboden. Oder für die hinteren Ecken des Kleiderschrankes, besonders wenn sie noch dazu ganz oben gelegen sind und wir eine Leiter brauchen, um dahin zu gelangen.

Und es gilt auch für unseren persönlichen Vorratsschrank, unser Unterbewusstsein. Dahin packen wir gerne Begebenheiten und Erlebnisse, die uns Angst bereiten oder von denen wir wissen, dass es jede Menge Mut braucht, um sich damit auseinanderzusetzen. Deshalb vermeiden wir, sie hervorzuholen.

Irgendwann raffen wir uns dazu auf, den Vorratsschrank auszuräumen und verdorbene Lebensmittel zu entsorgen und vergessene Kleidungsstücke an Personen weiterzugeben, die daran Freude haben und sie benutzen. Nur die Themen im Unterbewusstsein lassen wir allzu gerne da wo sie sind. Schließlich ist dort massenhaft Speicherplatz verfügbar. Dieser Vorratsschrank ist allerdings einer der wichtigsten, wie ich meine. Konflikte, die sich dort aufhalten, blockieren uns in Lebensbereichen, wo wir Blockaden lieber draußen hätten. Deshalb tut es gut, die schädlichen Glaubensmuster im Unterbewusstsein mit genauso viel Mut und Entschlossenheit zu verabschieden wie ein verdorbenes Lebensmittel.

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Foto: pixabay

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