Mein Theaterstück in 2 Akten: Die Hausgemeinschaft der inneren Stimmen
In den Hauptrollen:
Hauseigentümerin: ICH
Im Dachgeschoss wohnend:
Herr Vernunft, Herr Intelligenz
Im ersten Stock:
Herr Macht, Herr Manipulation, Frau Angst, Frau Zweifel
Im Erdgeschoss:
Frau Liebe und ihre Tochter (inneres Kind) Frau Hoffnung, Frau Humor
Die Kulisse:
Am Ende einer Straße steht ein großes, geräumiges Haus. Es ist von außen ordentlich, gepflegt und adrett anzusehen. Ein hübscher Vorgarten ziert das Haus, und im hinteren Garten stehen schöne Blumen, Pflanzen und Bäume.
Alle Bewohner haben ein eigenes Zimmer, in denen sie auch eigene Besucher empfangen. Frau Angst z.B. hat öfter Besuch von Herrn Ärger, Herrn Zorn und Herrn Hass.
Im Haus befindet sich außerdem eine große Gemeinschaftsküche und ein gemeinschaftliches Wohnzimmer. Es gibt viele Sitzgelegenheiten und eine große Couch.
1. Akt:
Die Hauseigentümerin sitzt mit einer Freundin im Wohnzimmer. Sie hat die Freundin zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Zunächst ist die Stimmung gelöst und fröhlich und die beiden Frauen erzählen sich, was in der letzten Zeit so passiert ist. Die Hauseigentümerin weiß um die vielen Probleme ihrer Freundin und sie weiß auch, dass mit Sicherheit eines ihrer zahlreichen Probleme wieder einmal von ihrer Freundin zum Thema gemacht wird. Nach einiger Zeit ist es dann tatsächlich soweit. Die Freundin erzählt zum wiederholten Male, wie viele Probleme sie im Büro hat, dass sie mit den meisten ihrer Kollegen Schwierigkeiten hat und ihr Chef ihr ständig Steine in den Weg legt und sie mobbt.
Die Hauseigentümerin hört die negativen Glaubenssätze ihrer Freundin und beginnt daraufhin ganz begeistert von der Ausbildung zur professionellen Lebensspiegel-Anwenderin zu erzählen. Sie erzählt ihr, wie sehr es gelingen kann, sein Leben positiv zu verändern und Probleme sich lösen lassen, wenn wir uns unseren alten negativen Glaubenssätzen stellen.
Die Freundin lächelt milde und sagt: “ja, fein, dass du diese Ausbildung machst.”
Frau Zweifel und Frau Angst kommen in diesem Moment zur Tür herein. Frau Angst ist rot angelaufen vor Zorn und Frau Zweifel stapft mit dem Fuß auf. Frau Angst sagt: “wie, dass ist fein? Was meint sie damit? Das hört sich ja gerade so an, als ob du im Kindergarten was Schönes gebastelt hättest!” Frau Zweifel hängt sich an den Arm von Frau Angst und nickt heftig.
Die Hauseigentümerin bleibt nach außen hin gelassen und spricht weiter zu ihrer Freundin. “ich glaube, dass deine Probleme mit dieser Methode gelöst werden können und du viele Dinge in deinem Leben verabschieden könntest. Es wäre doch eine tolle Sache, wenn du dein Leben leichter nehmen könntest?”
Die Freundin meint nur lapidar: “Nee, nee, lass mal, ich bin da zu sehr Realist. Außerdem bin nicht ich das Problem, sondern die anderen!”
Herr Macht mit Herrn Manipulation im Schlepptau kommen herein und schieben Frau Zweifel und Frau Angst zur Seite. Herr Macht nimmt die ganze Größe des Zimmers ein. “Also wirklich, dieser Freundin MUSS geholfen werden, das schreit ja direkt danach. DU MUSST ihr mit deiner Methode doch irgendwie beikommen. Also los, worauf wartest du?” Herr Manipulation strahlt über das ganze Gesicht. Frau Zweifel und Frau Angst nehmen auf der Couch Platz und warten ab, was passiert.
Die Hauseigentümerin fühlt einen Kloß in der Magengegend, nimmt dennoch den Rat von Herrn Macht an.
Also spricht die Hauseigentümerin weiter auf ihre Freundin ein, erklärt ihr die Vorgehensweise, wie diese Methode sich anwenden lässt.
Daraufhin kommt Herr Vernunft ins Zimmer. Er steht breitbeinig und übergroß in der Tür. “Also, Leute, so geht das doch nicht! Das muss einfach besser verkauft werden!” Herr Macht dreht sich zu Herrn Vernunft um und bekräftigt seine Wort mit einem heftigen Kopfnicken. Frau Zweifel steht auf und ruft laut: “Aha, hab ich’s doch gewusst, du kannst das nicht!” Frau Angst fängt an zu heulen und zu schreien und schlägt wie wild um sich. Herr Macht, Herr Manipulation und Herr Vernunft geben sich die Hand und sind sich einig.
Die Hauseigentümerin ist total verwirrt. Was kann sie jetzt tun? Weiterhin versucht sie, einfühlsam mit der Freundin zu reden, doch ihr wird klar, dass sie mit ihren Hilfsangeboten auf taube Ohren stößt.
Herr Macht und Herr Manipulation sacken ins sich zusammen und schlurfen aus dem Zimmer. Frau Zweifel sitzt gemeinsam mit Herrn Vernunft auf der Couch, und beide sehen betreten zu Boden. Frau Angst baut sich vor der Hausteigentümerin auf. “Was sage ich dir immer? Du kannst das nicht, du bist außer Stande irgend etwas zu vermitteln, du bist Schrott, blöd und doof, also lass das jetzt!” Frau Zweifel meldet sich auch zu Wort: “also, ich glaub ja, dass es viel besser für dich wäre, dir eine andere Freundin zu suchen. Die ist echt nichts für dich.” Herr Vernunft schaltet sich daraufhin auch ein: “Wie war das mit der Zwangsbeglückung? Deine Freundin ist schon in Ordnung, aber du kannst doch niemanden zu seiner Heilung zwingen.”
Die Hauseigentümerin schweift endgültig von dem Thema ab und nach einiger Zeit bringt sie ihre Freundin zur Haustür und verabschiedet sich von ihr herzlich. Sie verbirgt tapfer, wie sehr sie unter Spannung steht...
Ende Akt 1. Fortsetzung folgt morgen.
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Foto: pixabay